Schulcronik - Hassel

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Schulcronik

Hassel
der Gemeinde Hassel


Den Eintragungen des Hasseler Lehrers Speckhahn aus dem Jahre 1877 ist unter anderem folgendes zu entnehmen.

Hassel hat zwar seit Menschengedenken eine selbständige Schule gehabt, jedoch kein eigenes Schulhaus. Über die Anfänge des Schulwesens fehlen die Nachrichten. etwa seit 1850 hat die Schulgemeinde in einem Bauernhaus einen Raum gemietet, der gleichzeitig Schul-, Wohn- und Schlafraum des Lehrers war. Bis dahin ist die Schule eine Reiheschule gewesen. Sie wechselte also jährlich unter den 5 Bauern des Dorfes. Weil kein besonderes Schulzimmer vorhanden war, so erfolgte der Unterricht in der Wohnstube des betreffenden Bauern. Dazu vermerkte Speckhahn: "Welche Störungen während des Unterrichts hervorgerufen wurden, das kann man sich leicht denken. So erzählen die alten Leute, daß während der Lehrer in der einen Hälfte des Zimmers unterrichtete, in der anderen Hälfte die Knechte frühstückten oder auch die Mägde spannen. Man kann sich vorstellen, daß bei diesem kümmerlichen Verhältnissen es auch mit dem Gehalt des Lehrers traurig bestellt war. Die Alten erzählen, daß der Lehrer außer Kost und Logis noch 5 Taler bares Geld und ein Paar neue Stiefel bekommen habe. Im Sommer sei der Unterricht ausgefallen und der Lehrer bei den Bauern auf Tagelohn gegangen." (Speckhahn, Sohn des Lehrers Speckhahn in Wolthausen, ist im Sommer 1885 in Scheuen bei Celle verstorben.)

In der Zeit von 1859-1861 wirkte der Lehrer von der Kammer in Hassel. Er wurde später nach Sülze versetzt. Seine Einnahmen beliefen sich auf insgesamt 40 Taler. Nach der im Jahre 1866 erfolgten Gehaltsaufbesserung wurde sie auf 50 Taler erhöht.


Dienstanschlag der Schulstätte zu Hassel vom 10. Okt. 1866

  1. Schulgeld von 15 Kindern je                        22 T. 15 Gr.
  2. Ertrag der Schulgrundstücke                         1 T. 10 Gr.
  3. Beihilfe aus Landesmitteln                           10 T.
  4. Beitrag der Gemeinde durch Schulsteuer    16 T. 5 Gr.
Summa                                                               50 T. 0 Gr.
Außerdem Reihetisch bei den Hauswirten der Schulgemeinde

Lehrer  Lehnberg (von 1885-1896 in Hassel) ergänzte die Angaben. Sein Großvater,  so berichtet er, sei der Lehrer Hoopmann gewesen. Hoopmann, gebürtig  als Sohn eines Lehrers in Belsen, konnte 1884  sein 50 jähriges Dienstjubiläum feiern. In seinen jungen Jahren ist er  auch in Hassel gewesen. Er hat damals in den Sommermonaten 2von morgens  früh bis abends spät Grand zu Chausseebau gesichtet und damit viel mehr  verdient, als seine kleine Schulstelle aufbrachte."

Im  Jahre 1876 mietete der Schulvorstand einen Raum im Hause des Bauern  H.H.F. Timme (olim  Behrens). Man baute dort einen Vorplatz und eine Schulstube an. (6,05 zu  4,75 m), so daß Platz war für 48 Kinder. Ostern 1887 wurde die Schule  für weitere 6 Jahre bei dem Bauern Timme gemietet. Timme erhielt dafür  jährlich 130 Mark Miete. Dafür mußte er Schule und Lehrerwohnung in  Ordnung halten. Die Dienstwohnung reichte nur für einen ledigen Lehrer  und bestand aus 2 Räumen, eine Stube (3,75 zu 3,75 m) und einer Kammer  (3,75 zu 2,25 m). Nach dem Dienstanschlag vom 7.12.1888 war  sie mit 21 m² ausgewiesen.


Die Zahl der Schulkinder betrug in den Jahren:

1885 30,

1886 24,

1887 27 Kinder


Lange  hat es in Hassel den Reihetisch gegeben, d. h. der Lehrer war  abwechselnd bei jedem der 5 Hofbesitzer 8 Tage lang in Kost. Als zu den 5  Hofstellen später noch 1 Anbauer, 5 Abbauer und 7 Steuern zahlende  Häuslinge hinzukamen, weigerten sich die Hofbesitzer, die Last allein zu  tragen.Sie beschlossen also, dem Lehrer den Tisch zu kündigen, ihn mit  Bargeld abzufinden und dazu die am Ort  ansässigen Steuerzahler gesetzmäßig mit heranzuziehen. Die Regierung in  Lüneburg entschied auch in diesem Sinne (26.1.1889). Der Reihetisch  wurde aufgehoben und dem Lehrer dafür ein Geldäquivalent von 210 Mark  gewährt.

1907  hat die Gemeinde in Hassel ein neues Schulhaus mit einer ausreichenden  Familienwohnung gebaut. Die Hasseler waren nicht wenig stolz - so die  Schulchronik -, daß sie nun endlich einen  verheirateten Lehrer bekamen, durften sie nun doch hoffen, daß der  ständige Lehrerwechsel aufhörte und nunmehr die Voraussetzungen für  einen stetigen, wirksamen Unterricht gegeben waren.

1963 wurde der Schulbetrieb eingestellt, und die Hasseler Schüler mußten nach Sülze, Bergen oder Celle zur Schule gehen .

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