Ein Überblick über die Geschichte, Lage und Landschaft unseres Dorfes Hassel

 

Ortsname: 1330 to dem hasle, 1378 to deme Hazele, 1438 tome Hassell, heute Hassel

 

Im Jahre 1330 wurde Hassel zum ersten Mal urkundlich erwähnt

Zwischen 1330 und 1352 belehnten die Herzöge Otto und Wilhelm, die Brüder Seghebant und Cord van der Mense, mit dem Zehnten von Hassel.

Im Jahre 1378 mußte schon Zins an den Herzog gezahlt werden. Der herzogliche Vogt in Celle schrieb die Einnahmen gewissenhaft in sein Einnahmenbuch. Da heißt es von dem Ort Hassel: Godeke van dem hazele VII u. minus III or; das soll heißen 7 Schilling weniger 4 Pfennig mußte Godeke wohl für den ganzen Ort, so weit er besiedelt war, bezahlen. Weil ein Schilling damals 12 Pfennig hatte, wären es 80 Pfennig gewesen; das ist nach heutigem Geld eine lächerliche Steuersumme, man muß aber bedenken, daß man nach damaligem Geldwert für 16 Schillinge eine Kuh, für 4 Schillinge ein Schaf, für 3 Schillinge eine Ziege kaufen konnte.

1438 bestanden drei Höfe. 1558 verglich sich der Herzog Otto mit dem in Hassel begüterten Balthasar Klammer, daß dieser in der Feldmark Hasen jagen durfte, ausgenommen in dem Haselbgoik

Bauernhaus.

Das Viehschatzregister von 1589 nennt fünf Stellen mit hohem Rindviehbestand. Das Hausbuch der Vogtei von 1667 führt die noch jetzt vorhandenen Höfe auf: 3 Voll- und 2 Kothöfe; die Abbauerstellen kamen im 19. Jh. hinzu.

Hassel gehörte um 1800 zur Amtsvogtei Winsen und zum Kirchspiel Winsen. 1907 wurde die Schule in Hassel gebaut (Nr. 14). 1945 stieg die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge (zum großen Teil aus dem Raum Westpreußen) und durch Evakuierte aus Hamburg sprunghaft an. Viele von ihnen bauten am Achterberg in den folgenden Jahren ihre Häuser.

1971 wurde der Friedhof eingeweiht. Ebenfalls wurde 1971 auf Wunsch der Hasseler Bevölkerung die Gemeinde dem Pfarramt Sülze angegliedert.

1973 wurde Hassel im Zuge der Gebietsreform der Stadt Bergen als Ortsteil angegliedert.

1983 ist die alte Schule aus dem Jahre 1907 als Dorfgemeinschaftshaus umgebaut worden und 1984 der Anbau des Feuerwehrgerätehauses eingeweiht worden.

Die Gemarkung Hassel mit dem alten Dorf, der Siedlung Achterberg, den Wohnplätzen Grünewald (1831 als Fuhrmannsschänke) und der Klosterförsterei Wallerholz (erbaut 1731) hat eine Gesamtgröße von 1440 ha.

           

Achterberg_Hassel
                    
Dorf_Hassel

Die beiden Ansichten zeigen den Ort Hassel mit seinen beiden Siedlungen Achterberg (oben) und das alte Dorf (unten) mit seinen Bauernhöfen.

Und nun nochmal

Das Dorf Hassel, wie es heute besteht, hat zwei Teile, die sich so wenig gleichen und die so verschieden entstanden sind, daß es ebenso gut zwei Dörfer mit verschiedenen Namen sein könnten. Da ist das alte Dorf zwischen Krähenberg und Ostermoor eine richtige Dorfsiedlung, ein altes Bauerndorf, so natürlich aus seiner Umgebung, aus dem Erdboden herausgewachsen wie der Strauch, nach dem es seinen Namen trägt. Denn nach den vielen Haselsträuchern, die hier am Rande des Hassler Bruches wuchsen, wurde das alte Dorf genannt. So wie es noch heute im Plattdeutschen ausgesprochen: Haaßel mit langem a, nicht wie im Hochdeutschen mit kurzem, hartem a. Die alten Leute sprachen von dem Dorf, wie es auch in ganz alter Zeit bezeichnet wurde, von "dem Haaßel", sie gingen "nach dem Haaßel"; so lange hat die Flurbezeichnung sich im Ortsnamen gehalten.

Während sich so das alte Dorf im Osten vom Krähenberg an seinem Abhang entlang zog, ist der neue Westen, hinter diesem Berge, entstanden. Die "Achterberger" wurden diese neuen Siedler von Leuten im alten Dorf genannt. Die alten Siedler hatten die Stätte gewählt, weil der Abhang Ackerflächen bot, das Bruch Weide für das Vieh und der Lindloh und der Beverloh Holz zum Bauen und Brennen. Die neue Siedlung hinter dem Berge konnte entstehen, nachdem Napoleon seine Chaussee hier gebaut hatte, um seine Kanonen schneller von Hannover nach Celle und Hamburg durch die sandige Heide schicken zu können. Dem Verkehr zuliebe ist die neue Siedlung entstanden. Der erste der sich hier anbaute, war auf die Landstraße angewiesen. Ein Chausseewärter, der alte Daniel Meinshausen, war es, der sich hier um 1830 ansiedelte. Dann zog die alte Ziegelei einige Siedler hierher, und nun zieht sich eine lange Reihe von Häusern die Landstraße entlang.

Wie wenig der alte Ort Hassel Rücksicht auf den Verkehr bei der Anlage des Dorfes genommen hat, beweist seine Lage abseits dieser alten Straße nach Hamburg über Soltau, von der sich südlich von dem Ort der Bremer Weg nach Westen abzweigte. Auch der Weg nach Sülze hatte nur geringe Bedeutung, bis dann die Kleinbahn Celle-Soltau die benachbarten Ortschaften mit ihrem Verkehr an sich heranzog. Wie dem in unserer Zeit Rechnung getragen werden muß, beweist die Tatsache, daß schon 1908 mit der Pflasterung des Weges begonnen wurde, eben um einen fahrbaren Weg zum Bahnhof Sülze zu haben.

Der alte Ort Hassel schaute ins Bruch hinein. Wasser und Weide waren für die ältesten Ortsanlagen von größter Wichtigkeit. Daß er sich nicht unmittelbar wie die benachbarten Orte Eversen, Feuerschützenbostel und Wolthausen an die Örtze wagte, lag hier an dem äußerst schmalen Streifen von aufgeschüttetem Talsand im Westen der Örtze, hinter dem sich das Ostermoor und das Hassler Bruch hinzogen. Hassel wählte den Abhang zum früheren Urstromtal der Örtze und zwar als der südlichste Ort in der langen Reihe ähnlicher Siedlungen wie Sülze, Diesten, Huxahl, Beckedorf, Baven und Willighausen. So tief am Abhang des Winterberges war die Lage, daß herablaufendes Regenwasser die niedrig gelegenen Höfe überschwemmte. Die damalige Dorfstraße zog sich auch nicht in Höhe der heutigen Landstraße hin, sondern viel tiefer am Abhang über die alten Höfe. Eine andere Schwierigkeit zeigte sich, wenn man das Vieh zum Bruch in die Weide treiben wollte, denn das Moor, das sich unmittelbar östlich vom Orte hinzog, ließ keinen direkten Weg offen. In weitem Bogen mußte man das Moor im Süden oder Norden umgehen.

Nur die Hirten hatten quer durchs Moor ein paar Wege geschaffen, die man dadurch hergestellt hatte, daß man Äste quer nebeneinander gelegt hatte. Das war also ein Bohlendamm, wie er in die großen Moore im Westen gebaut wurden, ein Knüppeldamm im kleinen. Dies mag die älteste Form einer Wegeverbesserung gewesen sein. In der früheren Zeit haben auch die Städte davon Gebrauch gemacht. So gibt es in Göttingen eine Speckstraße, die aber mit unserem Schweinespeck nichts zu tun hat. Das Wort ist von Speeke- Knüppel abgeleitet. Die Speichen eines Rades heißen im Plattdeutschen "Speeken". Die Speckstraße wird also früher ein alter Knüppeldamm, ein mit Holz befestigter Damm gewesen sein. Auch für Celle ist diese Art des Straßenbaus einmal üblich gewesen; im besonderen erwähnt C. Cassel in seiner Geschichte der Stadt die Ausbesserung der Uelzener Heerstraße auf der Braunhirschstraße und dem jetzigen Siemensplatz, die in den Jahre 1700 und 1705 vorgenommen wurde. Noch jetzt sollen die "Speeken" von dem ehemaligen Knüppeldamm dort in der Erde stecken. Wie allgemein diese Sitte des Ausbesserns der Straßen auf dem Lande gewesen ist, beweisen die häufigen Verbote der Holzgeschworenen im 18. Jahrhundert, weil "zuviel Holz dadurch verderbet wird". Die Knüppeldämme, die noch heute ins Ostermoor führen, waren von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Durch Torflieferungen an die Saline hatte Hassel wirtschaftliche Verbindungen nach Sülze, die fast alle über diese Knüppeldämme abgewickelt wurden und immer in einem guten Zustand gehalten werden mußten. Noch heute erinnert der Name "Salzgraben" im Bruch daran, daß hier Torf auch mit Torfkähnen für die Saline in Sülze transportiert wurde.

Da die Hasseler Bauern keinen allzu guten Boden ihr Eigen nennen konnten, war ihr Hauptreichtum der gute Holzbestand. Die Wiesen, die bis an die Höfe herangrenzten, wurden im Laufe der Jahre durch Kultivierung dem Moor abgewonnen.

Berühmt war das Alte Hassel immer durch seine Bauernhöfe unter den alten Eichenbeständen. Zwei Bauernhäuser waren weitaus die ältesten in der ganzen Umgebung. Es waren das Behrenssche Haus (heute Timme) und das Willersche Haus, aber 1928 wurden die beiden alten Häuser abgerissen. Das Dorfbild wird noch heute weitgehend von einer traditionsreichen bäuerlichen Vergangenheit bestimmt.

Die Siedlung "Achterberg" an der B3 vergrößerte sich durch eine stark zunehmende Einwohnerzahl in der Nachkriegszeit. Die Einwohnerzahl stieg von 129 Einwohnern im Jahre 1939 auf über 300 Einwohner, bis 1950 sogar 308, durch Zuzug von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten an.

Lehrer Meyer hatte in dieser Zeit bis 70 Schüler in Hassel zu unterrichten.